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CDU will der FDP keine Zweitstimmen schenken in Niedersachsen
Niedersachsen, Deutschland Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat sich im
Landtagswahlkampf gegen eine Leihstimmenkampagne zugunsten der FDP
ausgesprochen. "Ich werbe um jede Erst- und Zweitstimme für die CDU",
sagte er ...
Posted 5 Jan 2013 09:41 by Meriposa World
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Verletzte bei europaweiten Protesten gegen Sparpolitik
Millionen Menschen haben mit Streiks und Kundgebungen gegen die Sparpolitik
in Europa protestiert. Vor allem Spanien und Portugal sind betroffen: Dort
sollen die Generalstreiks 24 Stunden dauern. Proteste gab es ...
Posted 14 Nov 2012 10:16 by Meriposa World
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Die SPD will eine europäische Türkei, im Gegensatz zu Merkel
Berlin (Frankfurter Rundschau) Deutschland sollte sich nach Ansicht der SPD wieder verstärkt für eine
Einbindung der Türkei in die Europäische Union einsetzen. Der stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Gernot Erler sagte am Dienstag ...
Posted 30 Oct 2012 15:14 by Meriposa World
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"Sandy" und die US 2012 Präsidentschaftswahl, Obama besteht den Sturmtest
Wahington, USA Der Wind hat nachgelassen, der Wahlkampf nimmt wieder Fahrt auf. Während in
New York und New Jersey das große Aufräumen nach dem verheerenden Sturm
"Sandy" begonnen hat, wandte ...
Posted 30 Oct 2012 15:03 by Meriposa World
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Debatte über EU-Integrattion voll entbrannt
Berlin, Deutschland (Reuters)Wenige Tage nach dem EU-Gipfel ist die Debatte über die nächsten Schritte der
Integration voll entbrannt.
Großbritannien werde bei der geplanten europäischen Bankenunion nicht
mitmachen, sagte ...
Posted 23 Oct 2012 13:19 by Meriposa World
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Koalition vor Gesprächen über Streitfragen optimistisch
Berlin, Deutschland Im schwarz-gelben Bündnis wächst der Optimismus, bei zentralen
Streitpunkten in Kürze zu Ergebnissen zu gelangen.
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Montag in Berlin, jedem in der ...
Posted 22 Oct 2012 14:10 by Meriposa World
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Grüner Fritz Kuhn als Favorit in Stichwahl für Bürgermeisteramt
Stuttgart, Deutschland
Die Spannung in Stuttgart steigt, im Duell um das Amt des Bürgermeisters
läuft die letzte Runde. Jeder dritte wahlberechtigte Stuttgarter hat bis zum
Sonntagnachmittag sein Kreuzchen für die ...
Posted 21 Oct 2012 10:02 by Meriposa World
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Deutschland liegt auf dem Ludwigstraße zum Tag der Deutschen Einheit
München, Deutschland In diesem Jahr richtet die Landeshauptstadt die Feiern zum Tag der
Deutschen Einheit aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim
Gauck sind die Ehrengäste - und Tausende Münchner strömen auf ...
Posted 3 Oct 2012 05:55 by Meriposa World
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Enrique Peña Nieto gewinnt Präsidentschaftswahl in Mexiko
Mexiko Stadt, Mexiko Enrique Peña Nieto hat die Präsidentenwahl in Mexiko klar gewonnen. Der
Beau führt das zweitgrößte Land Lateinamerikas zurück in die Vergangenheit: Mit
ihm kommt die Partei PRI ...
Posted 2 Jul 2012 10:09 by Meriposa World
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Am Sonntag stimmen die Münchner über die Zukunft ihres Flughafen ab
München, Deutschland
Den Grabstein nehmen die Leute von der Bürgerinitiative Attaching immer mit – auf jede Demo, zu jeder Protestveranstaltung. Ein Kreuz ist eingemeißelt. Darauf steht: Attaching, gegründet im Jahre 790 ...
Posted 16 Jun 2012 12:42 by Meriposa World
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posted 5 Jan 2013 09:40 by Meriposa World
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updated 5 Jan 2013 09:41
]
Niedersachsen, Deutschland Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat sich im
Landtagswahlkampf gegen eine Leihstimmenkampagne zugunsten der FDP
ausgesprochen. "Ich werbe um jede Erst- und Zweitstimme für die CDU",
sagte er dem NDR. Er sei sicher, dass die FDP bei der Landtagswahl am 20.
Januar den Einzug in das Parlament aus eigener Kraft schaffen werde.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich gestern ähnlich geäußert:
"Natürlich kämpft jede Partei erst einmal für einen starken Anteil der
eigenen Partei", sagte sie. Auch der CDU-Bundesvorstand forderte die
Wähler in seiner sogenannten Wilhelmshavener Erklärung am Samstag auf:
"Geben Sie der CDU am 20. Januar 2013 beide Stimmen!" 
Zugleich äußerte McAllister aber Verständnis für CDU-Wähler, die mit der
zweiten Stimme die FDP wählen würden. "Viele CDU-Wähler haben mir in den
vergangenen Tagen gesagt, sie überlegten, zum ersten Mal in ihrem Leben mit der
Zweitstimme FDP zu wählen", sagte er. "Wenn nur ein Bruchteil von
ihnen das wirklich tut, dann wird die FDP fünf Prozent erreichen und wieder in
den Landtag kommen." McAllister hatte auch gesagt, es werde möglicherweise
noch einen gemeinsamen Wahlkampfauftritt mit dem FDP-Spitzenkandidaten Stefan
Birkner geben.
Merkel rief zu einer Fortsetzung der "erfolgreichen schwarz-gelben
Landesregierung" in Niedersachsen auf. Sie appellierte an alle
Wahlberechtigten, am 20. Januar zur Wahl zu gehen. Es gehe "nicht um
Posten und Pöstchen, um Theorien und Ideologien", sondern um das Leben
"jedes einzelnen Niedersachsen", sagte die Kanzlerin. Das Bundesland
sei auf einem guten Weg, nun müssten die Niedersachsen die Weichen für eine weiterhin
erfolgreiche Zukunft stellen. "Natürlich kann ein Ministerpräsident keine
Arbeitsplätze schaffen und aus dem Boden stampfen", sagte Merkel.
"Aber er kann ziemlich viel versemmeln."
Hintergrund der Äußerungen zur Zweitstimmenkampagne ist die andauernde
Schwäche der FDP. Nach jüngsten Umfragen liegen die Liberalen in Niedersachsen
nur bei vier Prozent. McAllister dürfte aber auf die FDP als Koalitionspartner
angewiesen sein. Seit längerem wird deshalb in der CDU darüber diskutiert, ob
die Partei in Niedersachsen dem Koalitionspartner mit einer
Zweitstimmenkampagne helfen solle, über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen.
Die FDP befindet sich bundesweit in einer tiefen Krise: Die Umfragewerte
sind schlecht, die Partei streitet über ihr Führungspersonal. Zahlreiche
FDP-Politiker wie Entwicklungsminister Dirk Niebel oder der
schleswig-holsteinische Fraktionschef Wolfgang Kubicki hatten in den
vergangenen Wochen Parteichef Philipp Rösler in Frage gestellt. Ob Rösler
erneut für den Parteivorsitz kandidiert, wird auch vom Ausgang der
Niedersachsen-Wahl abhängen. Rösler selbst hatte seine Kandidatur mit der
Landtagswahl verknüpft. Zugleich hatte er angekündigt, auch bei einem Ergebnis
von "5,1 Prozent" um sein Amt zu kämpfen.
"Vor Wahlen muss Ruhe
herrschen"
Weil sich die FDP am Sonntag in Stuttgart zu ihrem traditionellen
Dreikönigstreffen versammelt, wird der Streit um den Parteichef im Moment
besonders hitzig geführt. Niebel wies Vorwürfe zurück, er schade der FDP mit
seinen Kritik an der Parteiführung. Diskussion sei ein Ausdruck lebendiger
Demokratie. "Keine Diskussion gibt es nur in Diktaturen und vielleicht auf
SPD-Parteitagen", sagte er. Die FDP sei ein Forum lebendiger Diskussion.
"Wir können miteinander raufen, aber wir können uns auch
zusammenraufen."
Zahlreiche FDP-Politiker riefen die Partei am Samstag auf, die
Streitigkeiten zu begraben und sich auf den Wahlkampf zu konzentrieren.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte mehr
Disziplin von den Liberalen. "Eine Partei kann es sich nicht leisten, nach
außen ein so schlechtes Bild abzuliefern", sagte sie. Sie stellte sich
hinter Rösler: "Philipp Rösler ist von der Partei gewählt worden. Und er
hat geliefert", sagte sie. Rücktrittsforderungen an Rösler halte sie für
falsch, denn sie könnten der FDP im niedersächsischen Wahlkampf schaden.
"Vor Wahlen muss in Personalfragen Ruhe herrschen." Ein Vorziehen des
eigentlich im Mai geplanten Bundesparteitags lehnte Leutheusser-Schnarrenberger
ab: "Ich sehe dafür keine Notwendigkeit." Von Zeit Online, 05.01.2013 |
posted 14 Nov 2012 10:16 by Meriposa World
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updated 14 Nov 2012 10:16
]
Millionen Menschen haben mit Streiks und Kundgebungen gegen die Sparpolitik
in Europa protestiert. Vor allem Spanien und Portugal sind betroffen: Dort
sollen die Generalstreiks 24 Stunden dauern. Proteste gab es zudem in
Griechenland, Großbritannien, Belgien und Frankreich.
Zu dem Aktionstag hatten europäische Gewerkschaften aufgerufen. Nach
Ansicht der Demonstranten verschärfen die Sparprogramme zur Bekämpfung der
Schuldenkrise in vielen Ländern Europas die Rezession.
In Spanien und Portugal fahren seit dem Morgen praktisch keine Züge mehr.
Hunderte Flüge wurden gestrichen und Fabriken blieben geschlossen.
Behinderungen mussten auch Flugreisende in Kauf nehmen: Betroffen waren vor
allem die Gesellschaft Iberia und der Billigflieger Vueling. In Portugal strich
die Fluggesellschaft TAP 45 Prozent der Verbindungen.
Folgen der Immobilienblase
"Wir streiken, um diese selbstmörderische Politik zu beenden",
sagte der Chef der spanischen Gewerkschaft UGT, Candido Mendez. Spanien leidet
noch immer unter den Folgen der geplatzten Immobilienblase. Die daraus resultierende
Wirtschaftskrise hat Millionen Menschen in Armut
Am Rande der Proteste kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und
der Polizei, die in der Innenstadt von Madrid Gummigeschosse und Schlagstöcke
gegen Demonstranten einsetzte. Mehrere Demonstranten wurden verletzt, mehr als
80 festgenommen. In der zweitgrößten spanischen Stadt Barcelona wurden Hunderte
Müllcontainer von den Straßen geräumt, um sie vor Brandstiftern zu schützen.
Für den Abend sind in Madrid, Barcelona und der portugiesischen Hauptstadt
Lissabon weitere Großkundgebungen geplant.
In Portugal bliebt die Lage bislang ruhiger als beim spanischen Nachbarn.
Gegen die Politik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Pedro
Passos Coelho gibt es aber in der Bevölkerung einen wachsenden Widerstand: Das
Land ist auf Kredite internationaler Geldgeber angewiesen und muss deshalb
weitreichende Sparvorgaben umsetzen. Bei einem Besuch von Kanzlerin Angela
Merkel in dieser Woche in Portugal hatten Tausende gegen diese Politik
demonstriert. Von Zeit Online, 14.11.2012 |
posted 30 Oct 2012 15:12 by Meriposa World
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updated 30 Oct 2012 15:14
]
Berlin (Frankfurter Rundschau) Deutschland sollte sich nach Ansicht der SPD wieder verstärkt für eine
Einbindung der Türkei in die Europäische Union einsetzen. Der stellvertretende
Fraktionsvorsitzende Gernot Erler sagte am Dienstag dieser Zeitung, Kanzlerin
Angela Merkel müsse „von ihrer Rolle als Bremserin einer weiteren EU-Annäherung
endlich Abstand nehmen“.
Am späten Nachmittag traf der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip
Erdogan zu einem zweitägigen Besuch in der Bundeshauptstadt ein. Anlass der
Visite ist die Eröffnung der neuen türkischen Botschaft in Berlin-Tiergarten.
Am Abend hielt Erdogan eine europapolitische Rede. Dafür sagte er kurzfristig
einen Besuch des DFB-Pokalspiels zwischen dem Berliner AK 07, einem
Viertliga-Club mit türkischen Wurzeln, und dem TSV 1860 München ab. Für
Mittwoch ist ein Treffen mit Merkel geplant.
SPD-Fraktionsvize Erler sagte: „Ich erwarte von der Bundeskanzlerin, dass
sie gegenüber Erdogan auch die aktuellen Fehlentwicklungen im Bereich der
Menschenrechte offen anspricht.“ Der notwendige Druck für weitere Reformen
könne jedoch nur aufrecht erhalten werden, „wenn der Türkei eine glaubwürdige
Beitrittsperspektive vermittelt wird“.
Merkel gegen EU-Beitritt der
Türkei
Anders als die oppositionelle SPD und der Koalitionspartner FDP ist Merkel
grundsätzlich gegen eine Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union.
Seit 2005 laufen Beitrittsverhandlungen. Sie kommen jedoch nur schleppend
voran.
Vor wenigen Wochen erst hatte die Brüsseler EU-Kommission der Türkei
abermals ein schlechtes Zwischenzeugnis ausgestellt und beklagt, dass der
Reformeifer der Regierung Erdogan in Sachen Demokratie und Menschenrechte
weitgehend zum Erliegen gekommen sei. Zuletzt machte der Fall des türkischen
Star-Pianisten Fazil Say weltweit Schlagzeilen. Der Musiker hatte sich im
Internet über einen Gebetsaufruf lustig gemacht und muss sich nun wegen
Verunglimpfung des Islam vor Gericht verantworten.
Eines der Hauptthemen des Treffens von Merkel und Erdogan wird
voraussichtlich die Lage in Syrien sein. Das Bürgerkriegsland grenzt
unmittelbar an die Türkei. Mehr als 100 000 syrische Flüchtlinge haben dort
bereits Schutz gesucht. Weil der türkische Staat zunehmend mit ihrer Versorgung
überfordert ist, bittet er andere Nationen um Unterstützung. Die
Staatengemeinschaft befürchtet, dass der Krieg in Syrien auf die Türkei
übergreifen könnte. Dies würde Nato-Partner wie Deutschland womöglich zu
militärischem Beistand verpflichten. Erdogan fährt einen harten Kurs gegenüber
dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad. Auf Granatangriffe über die Grenze
hinweg reagiert die türkische Armee seit Wochen mit Vergeltungsschlägen.
Erdogan treibt auch die Sorge um, dass der Krieg in Syrien den
Kurden-Konflikt im eigenen Land weiter befeuern könnte. Unmittelbar vor seinem
Abflug nach Deutschland beklagte der Ministerpräsident in Ankara zum
wiederholten Male, dass die deutschen Behörden nicht konsequent genug gegen die
verbotene Kurden-Organisation PKK vorgingen. Deren Ableger könnten in
Deutschland in aller Ruhe Geld sammeln. Von Thursten Knuf, Frankfurter Rundschau, 30.10.2012 |
posted 30 Oct 2012 14:45 by Meriposa World
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updated 30 Oct 2012 15:03
]
Wahington, USA Der Wind hat nachgelassen, der Wahlkampf nimmt wieder Fahrt auf. Während in
New York und New Jersey das große Aufräumen nach dem verheerenden Sturm
"Sandy" begonnen hat, wandte sich der Rest des Landes am Dienstag
wieder der Politik zu. Die Präsidentschaftskandidaten ließen es nach außen noch
vorsichtig angehen, aber knapp unter dem Radar waren sie schon wieder bei der
Sache.
US-Präsident Barack Obama entschied sich, Dienstag und Mittwoch im Weißen
Haus zu bleiben, um die Katastrophenhilfe zu koordinieren. Aber seine Frau
Michelle, sein Vize Joe Biden und der frühere Präsident Bill Clinton schwärmten
in wichtige Swing States aus.
Der republikanische Herausforderer Mitt Romney sagte geplante
Wahlkampfauftritte ab. Stattdessen hatte er am Dienstag eine Veranstaltung auf
dem Programm, die dem Organisieren von Sturmhilfe gewidmet war. Diese
Veranstaltung fand freilich nicht etwa im Katastrophengebiet statt, sondern im
wichtigen Swing State Ohio, wo in wenigen Tagen die Wahl entschieden werden
könnte.
Ob und wie "Sandy" sich in einer Woche auf die Wahl auswirken
könnte, ist noch völlig unklar. Der Sturm bietet Präsident Obama die Chance,
sich als Krisenmanager zu profilieren, doch er könnte ihn Stimmen im wichtigen
Staat Virginia kosten. Dort wurde die vorgezogene Stimmabgabe unterbrochen, von
der normalerweise die Demokraten profitieren. Romney gerät derweil unter Druck,
weil er die Katastrophenschutzbehörde Fema, die bei den Aufräumarbeiten eine
wichtige Rolle spielt, in eine Reihe mit anderen Regierungsprogrammen gerückt
hatte, die Republikaner als überflüssig kritisieren.
Obama hat als Krisenmanager bisher keinen offensichtlichen Fehler gemacht.
Ein Imageschaden, wie ihn sein Vorgänger George W. Bush 2005 durch seine
verspätete Reaktion auf Hurrikan "Katrina" erlitten hatte, scheint
damit abgewendet. Im Gegenteil: Obama bekam sogar ein Lob von einem Mann, der
sonst zu seinen schärfsten Kritikern zählt. "Die Reaktion der Regierung
war großartig", sagte Chris Christie, der Gouverneur von New Jersey, im
Sender MSNBC. Er habe noch um Mitternacht mit dem Präsidenten telefoniert, und
der habe schnelle Hilfe zugesagt. Am Morgen unterschrieb Obama
Notstandserklärungen für die Staaten New York, New Jersey, Virginia und West
Virginia und machte den Weg für Hilfe des Bundes frei.
Doch selbst wenn die positive Bewertung von Obamas Krisenmanagements den
Test der nächsten Tage überdauert, dürfte er davon weniger profitieren als etwa
Gerhard Schröder von der Oderflut im Jahr 2002. Dass der Kanzler in seinen
Gummistiefeln so gut aussah, verdankte er zu einem guten Teil den Patzern
seines Gegners Edmund Stoiber: Denn der CSU-Kanzlerkandidat unterbrach seinen
Urlaub erst nach langem Zögern.
Mitt Romney hat sich keinen solchen Fehler geleistet. Er ließ sich von der
Katastrophenbehörde Fema, vom Heimatschutzministerium und vom Nationalen
Wetterdienst über den Stand der Dinge unterrichten. Er vermied aber auch eine
Überreaktion. Der Republikaner John McCain hatte mit seinem hektischen Agieren
nach dem Ausbruch der Finanzkrise im September 2008 die Chancen auf einen
Wahlsieg verspielt. Er machte sich lächerlich, als er seinen Wahlkampf auf Eis
legte und nach Washington eilte - ohne dort viel ausrichten zu können.
"Sandy" dürfte nach derzeitigem Stand weder dem einen noch dem
anderen Kandidaten einen großen Gewinn oder Verlust bescheren. Romney ist
allenfalls angreifbar, was seine Haltung zur Katastrophenschutzbehörde Fema
angeht. Passend zum republikanischen Mantra, dass zu viel staatliche Bürokratie
der Wirtschaft schade, hatte er sich in einem frühen Stadium des Wahlkampfs
dafür ausgesprochen, der Behörde das Budget zu kürzen oder sie sogar
aufzulösen.
Linksgerichtete Medien schlugen Romney seine Bemerkungen aus dem Jahr 2011
um die Ohren. Die Reaktion auf "Sandy" sei deshalb so effektiv
gewesen, weil die Mittel der Fema nach "Katrina" aufgestockt worden
seien. Manchmal sei der Staat eben doch für etwas gut, höhnte die "New
York Times" am Dienstag. Von einer Auflösung der Fema sei nie die Rede
gewesen, verteidigt sich Romneys Wahlkampfteam. Der Kandidat sei nur dafür, dass
die Staaten selbst über den Einsatz der Mittel entscheiden.
Auf den Wahlkampf dürfte all das nur wenig Einfluss haben. Von den zehn
Staaten, in denen die Wahl besonders knapp wird, liegen nur Virginia und North
Carolina im Einzugsgebiet von "Sandy". In Ohio dürften sich die
Wähler weit mehr für die Frage interessieren, ob ihre Jobs sicher sind, als
dafür, ob Manhattan unter Wasser steht. Der Sturm hielt die Romney-Kampagne
nicht davon ab, in Ohio einen neuen TV-Spot zu schalten, der Obamas
Industriepolitik kritisiert. Auch der rechte Sender Fox News war am Dienstag
bereits wieder bei seinem Lieblingsthema und diskutierte den Ausverkauf der
Senioren durch Obamas Gesundheitsreform. Von Sandy Muscat, Financial Times Deutschland, 30.10.2012 |
posted 23 Oct 2012 13:19 by Meriposa World
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updated 23 Oct 2012 13:19
]
Berlin, Deutschland (Reuters) Wenige Tage nach dem EU-Gipfel ist die Debatte über die nächsten Schritte der
Integration voll entbrannt.
Großbritannien werde bei der geplanten europäischen Bankenunion nicht
mitmachen, sagte der britische Außenminister William Hague am Dienstag in
Berlin. Er forderte ein Europa mit sehr unterschiedlichen Integrationsstufen.
Während Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, man werde notfalls auch
mit einem kleineren Kreis von EU-Staaten voranschreiten, warnte der finnische
Europaminister Alexander Stubb vor einer Spaltung der EU.
Hintergrund der Debatte ist der Beschluss des EU-Gipfels, im Dezember
weitreichende Beschlüsse über die engere Zusammenarbeit in der Finanz-, Fiskal-
und Wirtschaftspolitik zu vereinbaren. "Auf dem Weg, den wir jetzt
einschlagen, muss am Ende eine politische Union stehen", sagte Westerwelle
auf dem 2. Berliner Forum Außenpolitik. Alle seien willkommen, ihre Ideen
einzubringen. "Sollte aber der eine oder der andere zunächst nicht
mitgehen können oder auch nicht mitgehen wollen, dann wird das die anderen
nicht davon abbringen voranzugehen", betonte der FDP-Politiker. "Das
gilt auch für die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik."
Hague machte klar, dass Großbritannien viele der künftigen
Integrationsschritte nicht mitgehen werde. "Wir werden nicht an der
Bankenunion teilnehmen", kündigte er an. Angesichts wachsender Zweifel
über die weitere EU-Zugehörigkeit seines Landes betonte Hague, wie wichtig der
EU-Binnenmarkt und die Außen- und Sicherheitspolitik seien. Hier bringe sich
Großbritannien auch intensiv in die EU ein. Der britische Premierminister David
Cameron steht unter starkem Druck von Teilen seiner konservativen Partei, die
ein Referendum über einen EU-Austritt verlangen.
Hague pochte deshalb darauf, dass nicht nur über mehr Integration geredet
werden dürfe, sondern die EU-Ebene auch Kompetenzen zurückgeben müsse. In der
Debatte über den nächsten EU-Finanzrahmen für die Jahre 2014 bis 2020, der auf
einem EU-Sondergipfel im November entschieden werden soll, kündigte er eine
harte Linie der britischen Regierung an: "Wir sind die zweitgrößten
Beitragszahler, aber wir müssen national sparen." Großbritannien will den
EU-Etat nach Möglichkeit kürzen. Deutschland will ihn stabil halten, etliche
EU-Staaten und die Kommission fordern aber eine klare Aufstockung.
Stubb warnt vor Spaltung der EU
Der finnische Europaminister Stubb kritisierte beide Regierungen.
Großbritannien warf er vor, sich in die falsche Richtung zu bewegen und seine
europäische Zugehörigkeit zunehmend zu verleugnen. Das sei schlecht für das
Land und schlecht für die EU. Zugleich warf er aber im Reuters-Interview
etlichen Euro-Zonen-Regierungen vor, sie wollten Großbritannien und andere
Nicht-Euro-Länder abdrängen. Dies zeige sich etwa an den Diskussionen über ein
Euro-Zonen-Budget, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer und der
Bankenunion. Hier habe auch das Euro-Land Finnland seine Probleme.
Stubb widersprach zudem Westerwelle, der weitere EU-Vertragsänderungen
gefordert hatte. "Die Zeit dafür ist schlecht, weil sie zu einer
dauerhaften Spaltung der EU führen wird", warnte Stubb. Es drohten tiefere
Differenzen über die Änderungen des Vertrages. "Die Büchse der Pandora
wäre geöffnet." Dabei könnten eine Menge Reformen gerade zur Bekämpfung
der Schuldenkrise auch ohne Vertragsänderungen erreicht werden, betonte Stubb. Reuters, 23.10.2012 |
posted 22 Oct 2012 14:10 by Meriposa World
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updated 22 Oct 2012 14:10
]
Berlin, Deutschland Im schwarz-gelben Bündnis wächst der Optimismus, bei zentralen
Streitpunkten in Kürze zu Ergebnissen zu gelangen.
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Montag in Berlin, jedem in der
Koalition sei klar, dass es bei einer Reihe von Themen bald zu einer
Verständigung kommen müsse. Zugleich zeigte er Bereitschaft, mit der FDP über
die Abschaffung der umstrittenen Praxisgebühr zu sprechen. Auch
FDP-Generalsekretär Patrick Döring und FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle gaben
sich zuversichtlich. FDP-Chef Philipp Rösler beharrte allerdings darauf, dass
es durch zusätzliche Leistungen keine neuen Schulden geben dürfe. Für die FDP
sei dies eine Zielsetzung bei allen Vorhaben bis zur Bundestagswahl, so auch
beim Betreuungsgeld oder der angepeilten Großelternzeit.
Von anderen europäischen Staaten könne nicht Sparsamkeit verlangt werden,
wenn man nicht selbst mit gutem Beispiel vorangehe, sagte Wirtschaftsminister
Rösler. Diejenigen, die eine neue Sozialleistung forderten, stünden in der
Pflicht, eine Gegenfinanzierung aufzuzeigen. In Zeiten von
Rekord-Steuerreinnahmen müsse es gelingen, schneller als geplant einen
ausgeglichenen Bundeshaushalt zu schaffen. Rösler pochte zudem darauf, dass beim
Betreuungsgeld auch der Bildungsgedanke eine Rolle spielt. "Betreuung
allein reicht aus meiner Sicht nicht aus." Mit der FDP könne aber
ausdrücklich über neue Sozialleistungen diskutiert werden, gab er sich
gesprächsbereit. Allerdings dürften Leistungen von heute nicht auf Kosten
künftiger Generationen eingeführt werden.
Welche Chancen Rösler einer Lösung einräumt, ließ er offen. Sein
Generalsekretär Döring sagte jedoch, die Positionen in der Koalition seien
nicht unvereinbar. "Man kann daraus ein gutes Paket machen." Ähnlich
äußerte sich Brüderle vor Journalisten: "Fragen, die noch offen sind,
werden schneller geklärt als Sie meinen."
Erwartet wird, dass es nach dem CSU-Parteitag vom Wochenende in den
nächsten Tagen Bewegung gibt. Angepeilt ist ein Spitzentreffen der Koalition am
4. November. Entscheidungen zu den verschiedenen Streitfeldern sollen aber
möglichst bereits im Vorfeld auf den Weg gebracht werden.
Bei der Praxisgebühr positioniert sich die CDU anders als CSU-Chef Horst
Seehofer, der sich am Wochenende kritisch über eine Abschaffung geäußert hatte.
Gröhe sagte dagegen: "Was die Praxisgebühr angeht, so bleibt es bei der
Gesprächsbereitschaft." Zur Forderung der FDP nach Nachbesserungen beim
Betreuungsgeld sagte er, die Union reagiere hier "mit der einer großen
Volkspartei zukommenden Gelassenheit".
Zusätzliche Differenzen gibt es bei der Forderung der FDP nach der
Abschaffung der Stromsteuer und einer schnellen Änderung des Erneuerbare
Energien Gesetzes (EEG).
Kubicki nennt Röslers Äusserungen unklug
Aus den eigenen Reihen erhielt Rösler für seine Äußerungen Rückendeckung
aber auch Kritik. Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki sagte, er halte die
Einlassungen für unklug, denn das Betreuungsgeld sei Beschlusslage der
Koalition. Im November werde man feststellen, dass der Parteivorsitzende nur
gebrüllt habe und nichts dabei herausgekommen sei, monierte der
schleswig-holsteinische FDP-Fraktionschef.
Andere Vorstandsmitglieder stellten sich dagegen hinter Rösler. Es sei
richtig zu sagen, was man erreichen wolle, sagte Arbeitsmarktexperte Johannes
Vogel zu Reuters. Die Politik müsse in der Lage sein, den Haushalt
auszugleichen. Der Chef der Jungen Liberalen (Julis), Lasse Becker,
kritisierte, es könne nicht sein, dass die Union immer neues Geld ausgeben
wolle.
Die FDP hat dem Betreuungsgeld in Spitzenrunden bereits zwei Mal
zugestimmt, um treu zum Koalitionsvertrag zu stehen. Dafür hatte sie eine
erleichterte Anerkennung für ausländische Fachkräfte und eine geringe Förderung
privater Pflege-Zusatzversicherungen erhalten. Vielen in der Partei ist dies
als Gegenleistung nicht genug. Einen internen Kompromiss der Union hatte die
FDP daher genutzt, um ein Veto einzulegen.
Angesichts der weiterhin schlechten Umfragewerte von meist unter fünf
Prozent stehen die Liberalen und ihr Vorsitzender erheblich unter Druck, sich
als seriöse Regierungspartei in Szene zu setzen und gleichzeitig ihre eigene
Handschrift zum Ausdruck zu bringen. Zum übergreifenden Thema hat die FDP die
Konsolidierung des Haushalts erhoben. Reuters Deutschland, 22.10.2012 |
posted 21 Oct 2012 09:59 by Meriposa World
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updated 21 Oct 2012 10:02
]
Stuttgart, Deutschland
Die Spannung in Stuttgart steigt, im Duell um das Amt des Bürgermeisters
läuft die letzte Runde. Jeder dritte wahlberechtigte Stuttgarter hat bis zum
Sonntagnachmittag sein Kreuzchen für die Oberbürgermeisterwahl gemacht.
"Wir haben einen stabilen Trend in Richtung etwas höherer
Beteiligung", sagte Stadtsprecher Sven Matis mit Blick auf die Zahlen beim
ersten Wahlgang vor zwei Wochen.
Damals hatten bis 14 Uhr - inklusive Briefwahl - 29,8 Prozent der
Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Nun waren es 33,1 Prozent der rund
413.000 zur Wahl aufgerufenen Stuttgarter.
Als Favorit nach dem ersten Wahlgang ging der frühere Vorsitzende der
Grünen-Bundestagsfraktion, Fritz Kuhn, ins Rennen. Er lag bei der ersten Runde
mit 36,5 Prozent der Stimmen zwei Prozentpunkte vor dem parteilosen Sebastian
Turner, der von CDU, FDP und Freien Wählern unterstützt wird. Sollte sich der
Trend bestätigen, wäre Stuttgart die erste Landeshauptstadt mit einem Grünen-Politiker
im Chefsessel.
Insgesamt treten noch neun Bewerber an. Die SPD hatte eine Wahlempfehlung
für Kuhn abgegeben, nachdem die von ihr nominierte parteilose
Sozialbürgermeisterin von Schwäbisch Hall, Bettina Wilhelm, ihre Kandidatur
nach 15,1 Prozent der Stimmen und dem dritten Platz vor zwei Wochen
zurückgezogen hatte. Beim zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit für den
Sieg.
Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) gibt sein Amt nach 16
Jahren auf. Bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren hatte die Wahlbeteiligung bei
insgesamt 46 Prozent gelegen. Der Amtswechsel ist für den 6. Januar 2013 geplant. Spiegel Online, Oktober 21, 2012 |
posted 3 Oct 2012 05:35 by Meriposa World
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updated 3 Oct 2012 05:55
]
München, Deutschland In diesem Jahr richtet die Landeshauptstadt die Feiern zum Tag der
Deutschen Einheit aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim
Gauck sind die Ehrengäste - und Tausende Münchner strömen auf die Feiermeile.
Die Einheitsfeiern sind eine logistische und planerische Herausforderung. Das
gilt erst recht, weil neben diesem Großereignis gleichzeitig das Oktoberfest
stattfindet. Beim Festakt in der Staatsoper erinnert Bundestagspräsident
Norbert Lammert an die europäische Dimension der deutschen Einheit - und fordert
mehr Einsatz für Europa.
14:07 Uhr
Kabarettist Helmut Schleich steht auf der Bühne am Odeonsplatz. Er ist mal
wieder in seine Paraderolle geschlüpft: in die des Franz Josef Strauß. Er
wettert gegen den Einheitskanzler und die Schwarzen Kassen, gegen den
"Magermilch-Ministerpräsident" Horst Seehofer und die CSU im
Allgemeinen: "Die CSU muss mittlerweile schon Obstler ausschenken, damit
sie überhaupt noch auf 50 Prozent kommt." Wenn Trachtengruppen
vorbeiziehen, wird Schleich immer wieder übertönt. Als
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in grauem Kostüm entlang
kommt, ist gerade eine kurze Musikpause. Schleich wettert gerade über die
Berliner Koalition. Aigner dreht sich erbost um und ruft: "Ach, das ist ja
der Franz Josef!"
13:56 Uhr
Gauck, Merkel und Seehofer müssen noch arbeiten und sich Volkstänze
anschauen - der Rest darf Bayerische Kost in Form eines Flying Buffets essen:
Weißwurstcarpaccio, Fleischpflanzerl, Saibling, gekocht von Käfer. Und dann
wird's noch richtig herzlich: Gauck spricht im Königssaal der Oper vor den Bürgerdelegationen,
spricht von Einheit in Vielfalt, lobt ausgiebig und verspricht, von Tisch zu
Tisch zu gehen - damit auch jeder ein Foto mit nach Hause bringen kann.
13:46 Uhr
Am Geschwister-Scholl-Platz steht ein Roboter, der an diesem Mittag die
meisten Blicke auf sich zieht. Es sieht aus wie eine Sitzkaspel eines rasanten
Oktoberfest-Fahrgeschäftes, doch es handelt sich um Robocaster - präsentiert
vom bayerischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Mit dem
4D-Simulator der Firma Kuka kann man "Bayern aus einer neuen Perspektive
erleben", so der Beschreibungstext. Der "Robocoaster" hat im
Programm: ein Flug über die Zugspitze, eine Achterbahnfahrt oder eine Abfahrt
auf der Kandahar-Skipiste. Wer es einmal ausprobieren will, muss allerdings
Glück haben: Die Mitfahrplätze werden verlost.
13:36 Uhr
Die Ländermeile soll ausdrücken, dass Deutschland zusammengewachsen ist und
immer weiter zusammenwächst. Doch an manchen Ständen werden Klischées eher bedient,
als abgebaut. Vor dem Wolfsburger Stand steht in großen Buchstaben:
"Autostadt". Die Berliner verkaufen Currywurst, die Thüringer
Bratwurst, die Sachsen-Anhalter Harzer Käse. Im Hamburger Zelt spielen gerade
"Die Herren Simple", eine Hamburger Indie-Band, die klingt wie
Hamburger-Indie-Bands klingen. An der Außenseite zieren Hafenimpressionen das
Zelt. Oft weiß der Besucher schon ehe er das Zelt betritt, was innen geboten
ist.
13:09 Uhr
Uwe (ganz links im Bild) lebt in der östlichsten Stadt des Landes: in
Görlitz. Jedes Jahr ist er beim Tag der Deutschen Einheit dabei. Er ist
Mitglied der Landskorner Herolde, einer Truppe, die Fanfaren-Musik macht.
Mehrmals müssen die Herolde an diesem Tag auf der Bühne vor dem Zelt des
Zipfelbundes auftreten. Der Zipfelbund ist ein Zusammenschluss der vier
Gemeinden an den äußerten Ecken des Landes: Görlitz im Osten, Oberstdorf im
Süden, Selfkant im Westen und List im Norden. Wie ist es 22 Jahre nach der
Einheit in der östlichsten Stadt des Landes zu leben? "Es wächst alles
zusammen", sagt Uwe. Aber im Alltag überrasche ihn oft, wie viel
Unverständnis noch herrsche. Er höre oft Sätze wie: "Oh, ich dachte, ihr
sprecht polnisch, nicht deutsch."
13:02 Uhr
Was bedeutet die Einheit für die Menschen? In einem Film-Einspieler werden
den Gästen des Festakts in der Staatsoper Biographien von Menschen vorgestellt
und was sie mit dem vereinigten Deutschland verbinden. Dann tritt Norbert
Lammert (CDU) ans Mikrofon und spricht eine halbe Stunde. Der
Bundestagspräsident stellt Europa in den Mittelpunkt seiner Rede, denn
"ohne die Überwindung der Spaltung Europas wäre die deutsche Einheit nicht
möglich gewesen". Deshalb liege auch die Weiterentwicklung der Staatengemeinschaft
im deutschen Interesse. Doch derzeit sei Europa vor allem mit negativen
Begriffen belegt. Die europäische Idee sei aber mehr als eine Verwaltung, mehr
als die viel gescholtene Bürokratie, mehr als Richtlinien und mehr als
Verträge. Und sie ist auch mehr als der Euro", sagt Lammert - und mahnt,
angesichts der Schuldenkrise nicht in nationalstaatliches Denken
zurückzufallen. "Wenn der Integrationsprozess nicht weiter vorangeht, dann
hätte Europa seine Zukunft hinter sich und jeder Staat dazu", sagt der
Bundestagspräsident. Denn: Zusammen seien die EU-Mitglieder stärker als jeder
alleine.
12:35 Uhr 
Es ist eng auf der Ludwigstraße, Gedränge herrscht allerdings noch nicht.
An den Biertischen sind noch einige Plätze frei. Und auf den Stufen der
Bayerischen Staatsbibliothek, die an diesem Mittwoch geschlossen hat, findet
sich immer ein freier Platz im Schatten. Eine Coverband spielt vor der
Feldherrnhalle: "Don't worry, be happy." Die beliebtesten Präsente an
den Ständen: bei den Kindern Luftballons, bei den Erwachsenen Stoffbeutel.
"Aufbruch Bayern", "Land der Ideen" oder
"www.datenschutz-bayern.de" steht darauf. Die Stofftüte der
Bundeswehr ist grau, der Adler prankt darauf. Ob die Beutel auch nach dem heutigen
Tag noch getragen werden?
12:32 Uhr
Auf der Ländermeile ist mittlerweile viel los. Sogar das Brandenburger Tor
steht nun in München, zumindest eine Miniaturausgabe. Dennoch posieren die
Besucher davor, als wäre es das echte. Jedes Bundesland macht nicht nur Werbung
für seine Urlaubsregionen und bietet Prospekte feil, sondern verkauft auch die
typischen Essenspezialitäten. Im Berliner Zelt gibt es Currywurst für 2,50
Euro. Im Thüringer Zelt natürlich Thüringer Rostbratwürste. Die Schlange davor
ist lang, bis nach Rheinlandpfalz reicht sie.
12:28 Uhr
Mit einem "bayerischen Grüß Gott" begrüßt Bayerns
Ministerpräsident Horst Seehofer den "hochverehrten
Bundespräsidenten", die Kanzlerin, die Ministerpräsidenten und die anderen
Ehrengäste. "1980, als ich in den Bundestag einzog, war Deutschland ein
geteiltes Land und Berlin eine geteilte Stadt", sagt er. Seehofer, der am
Nachmittag die Bundesratspräsidentschaft an seinen baden-württembergischen
Ministerpräsidenten Kretschmann übergibt, erzählt dann von dem Augenblick, als
er vom Fall der Mauer hörte. Damals, während einer Debatte im Bundestag,
erfuhren die Parlamentarier von den Geschehnissen in Berlin. "Das ging
unter die Haut", sagt Seehofer und erwähnt auch den "deutschen
Patrioten" Helmut Kohl als Einheitskanzler. Schließlich lädt der
Ministerpräsident die Gäste zu einem "Fest in Schwarz-Rot-Gold und unter
blau-weißem Himmel" ein.
12:14 Uhr
In Sachen Promi-Bewirtung hat Michael Käfer ja nun wirklich Erfahrung wie
kaum ein anderer Gastronom der Republik. Dennoch sei es auch für ihn "was
absolut Besonderes", die gesamte Staatsspitze gleichzeitig bewirten zu
dürfen. Die Staatskanzlei hatte das Catering für den Festakt und den
anschließenden Empfang des Bundespräsidenten in der Oper zwar ganz offen
ausgeschrieben. Da Käfer aber auch sonst Chefgastronom im Nationaltheater ist,
hatte er bei der Ausschreibung einen unschlagbaren Startvorteil. Die
Staatskanzlei gab ihm für die Bewirtung einen klaren Auftrag: "Wir dürfen
nur bayerisch sein, weil wir auch zeigen wollen, wie professionell wir Bayern
arbeiten können", sagt Käfer. Also gibt es aus allen Regionen des
Freistaats Spezialitäten, allerdings recht verfeinert nach Art einer
weiß-blauen Haute Cuisine: Vorneweg zum Beispiel Jachenauer Almkäse mit Senf-Gurken-Chutney,
Tartar vom Chiemsee-Saibling und Carpaccio von der Weißwurst. Als warme
Gerichte bekommen Gauck und Co. unter anderem Spanferkelrücken mit
Kartoffelstampf, Ochsenbackerl mit Bratkartoffel und Saibling vom Königsee mit
Kirschtomatenkompott serviert, zum Dessert natürlich Bayerisch Creme, aber auch
Schokomousse mit Schoko-Crumble. Da der Präsident nur im Stehen seine Gäste
empfängt, wird das Essen auf kleinen Silbertabletts in den Opernsälen gereicht.
12:06 Uhr
Genug Hände geschüttelt - für die obersten Repräsentanten des Staates
beginnt nun der offizielle Festakt. Der eine oder andere Gast streckt noch
schnell sein iPhone in die Höhe und knipst das Orchester der Staatsoper, das
unter der Leitung von Kent Nagano die Feierstunde mit Auszügen aus der Oper
"Der Rosenkavalier" von Richard Strauss eröffnet.
11:56 Uhr
In der Staatsoper geht's zu wie bei einer Kindervorstellung von Hänsel und
Gretel. Es gibt freie Platzwahl, allerdings nach einem ausgeklügelten
Farbschema. Die ersten drei Reihen im Parkett sind der Staatsspitze
vorbehalten, zu der heute auch Theo Waigel und Christian Ude gehören. Dahinter
haben sich schon pünktlich Hans-Jochen Vogel, Max Mannheimer, Roland Berger und
Otto Wiesheu platziert. Der Frauenanteil im Parkett: maximal 15 Prozent. Auch
Stoiber darf noch in die erste Reihe, zwischen Finanzminister Wolfgang Schäuble
und die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer. Er redet intensiv
auf Westerwelle ein, der zufällig vorbei kommt - doch dann kommt das Orchester.
11:38 Uhr
Ministerpräsident Horst Seehofer ist ja neuerdings auch Klassik-Fan,
weshalb es ihm ein Anliegen war, dass die besten Musiker, die im Dienste des
Staates stehen, beim Festakt spielen. Also tritt das Bayerische Staatsorchester
unter Kent Nagano auf, mit einem Programm, das ein bisschen münchnerisch, vor
allem aber sehr deutsch ist. Gespielt werden Auszüge aus dem
"Rosenkavalier" von Richard Strauss sowie - fast unvermeidlich - der
Schlusssatz aus Beethovens 9. Sinfonie. Für die Bediensteten der Staatsoper
bedeutet die Einheitsfeier im eigenen Haus puren Stress. Das Nationaltheater
wird zum Hochsicherheitstrakt, selbst die Angestellten brauchen eine
Akkreditierung, die es aber nur für wenige Auserwählte gibt. Und von 16 Uhr an
muss die Oper wieder für den Normalbetrieb umgerüstet werden: Um 20 Uhr soll
sich der Vorhang für die Repertoire-Aufführung von "Fidelio" heben.
11:32 Uhr 
Angela Merkel, Joachim Gauck, Horst und Karin Seehofer kommen die
Dienerstraße entlang, nur noch wenige Meter bis zur Oper. Die Gebirgsschützen
geben ein schnelles Geh-Tempo vor. Seehofer hält mit großen Schritten mit.
Merkel und Gauck sehen schon ein wenig erschöpft aus. Dennoch schert Merkel
kurz aus, redet kurz mit einer Anhängerin und holt mit raschen Schritten wieder
auf. Am Rand säumen Menschen den Weg. Sie applaudieren freundlich, aber
verhalten. "Endlich ist mal was los in diesem verschlafenen Nest",
ruft einer. Ein anderer, offensichtlich ein italienischer Tourist, sagt:
"Bella Monaco!" Er bezieht sich aber eher auf das Wetter als auf den
Auflauf der Politiker.
11:30 Uhr
Am Marienplatz gibt's Fotopause für die Presse. Tatsächlich kommen ein paar
Politiker mit den Bürgern ins Gespräch - Verteidigungsminister Thomas de
Maizière zum Beispiel. Ein gutes Motiv für die zahlreichen Hobbyfotografen:
Merkel im Sonnenlicht vor dem Glockenspiel.
11:24 Uhr
Tausende Münchnerinnen und Touristinnen tragen an diesem Mittwoch Dirndl in
der Stadt. Es ist Oktoberfest. Doch diese vier Frauen fallen mit ihren Trachten
sofort ins Auge. Vor allem wegen ihren schleierartigen Kopfschmuckes. Die
Frauen kommen aus Brandenburg und tragen die Niederlausitzer Tracht. Später
werden sie einen großen Auftritt haben. Beim Festakt im Nationaltheater
repräsentieren sie ihr Bundesland und tanzen vor Gauck & Co. die
Annemariepolka. "Da bekommen wir noch Unterstützung von zwei Männer",
sagen sie. Man darf gespannt sein, wie deren Tracht aussieht. Süddeutsche Zeitung, Oktober 3, 2012 |
posted 2 Jul 2012 10:09 by Meriposa World
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updated 2 Jul 2012 10:09
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Mexiko Stadt, Mexiko Enrique Peña Nieto hat die Präsidentenwahl in Mexiko klar gewonnen. Der
Beau führt das zweitgrößte Land Lateinamerikas zurück in die Vergangenheit: Mit
ihm kommt die Partei PRI - nach zwölf Jahren in der Opposition - wieder an die
Macht.
Der Weg an die Macht muss nicht immer steinig sein, er kann manchmal ganz
sanft verlaufen, fast selbstverständlich. Wer die passenden äußeren Attribute
mitbringt und die richtigen Unterstützer hat, schafft es sogar bis zum
Präsidenten, ohne nennenswerte politische Begabung zu besitzen. Zumindest in
Mexiko, wo am Sonntag der 45-jährige Enrique Peña Nieto klar zum künftigen
Staatschef gewählt wurde.
Peña Nieto, ein Beau mit Jungencharme und Dauerlächeln, führt das
zweitgrößte Land Lateinamerikas zurück in die Vergangenheit. Mit ihm kommt die
Partei der Institutionalisierten Revolution, kurz PRI, wieder an die Macht. Die
Partei, die schon einmal 71 Jahre am Stück die Geschicke Mexikos in einer
zweifelhaften Weise bestimmte. Mit ihrer Herrschaft von 1929 bis 2000 verbinden
sich Wahlbetrug, Unterdrückung, Korruption und Wirtschaftskrise. Aber auch die
Erinnerung an einen fürsorgenden Staat. Der peruanische Autor Mario Vargas
Llosa bezeichnete das Mexiko der PRI einmal als die "perfekte
Diktatur". Ihre sinistren Parteibosse nennt der mexikanische
Volksmund "Dinosaurier". Von Klaus Ehringfled, Spiegel Online, Juli 2, 2012 |
posted 16 Jun 2012 12:38 by Meriposa World
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updated 16 Jun 2012 12:42
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München, Deutschland
Den Grabstein nehmen die Leute von der Bürgerinitiative Attaching immer mit – auf jede Demo, zu jeder Protestveranstaltung. Ein Kreuz ist eingemeißelt. Darauf steht: Attaching, gegründet im Jahre 790, getötet von der dritten Landebahn.
Attaching hat 1.000 Einwohner, ein Teilort der Bischofsstadt Freising und
liegt direkt am Münchner Flughafen. Käme die neue Startbahn, "würde das
Dorf sterben", sagt Michael Buchberger von der Bürgerinitiative, die den
Bau seit Jahren bekämpft. Attaching ist zu einem Symbol geworden für den
Widerstand gegen das geplante 1,2 Milliarden Euro schwere Verkehrsprojekt – das
zweitteuerste in ganz Süddeutschland überhaupt nach dem Stuttgarter Tiefbahnhof
S21.
Am Sonntag stimmt die Münchner Bevölkerung in einem Bürgerentscheid darüber
ab, ob die dritte Startbahn gebaut werden soll. Das Projekt ist höchst
umstritten, nicht nur in den Städten und Gemeinden knapp 40 Kilometer nördlich
der Landeshauptstadt, die von noch mehr Fluglärm und Naturzerstörung betroffen
wären. Auch in München wird heftig und teils quer zu den politischen Lagern
gerungen. Die Stadt ist mit 23 Prozent am Betreiber, der Flughafen München GmbH
(FMG), beteiligt.
Befürworter und Gegner
gleichauf
Ist die dritte Startbahn eine wichtige Zukunftsinvestition für das
wirtschaftlich blühende Bayern, für den Luftverkehr und die Flugreisenden? Oder
steht das Projekt für Geldverschwendung, Lärm und Naturzerstörung? Diese Fragen
werden in München derzeit heiß diskutiert.
Prognosen über den Wahlausgang wagt kaum jemand mehr. Lange sah es so aus,
als würde eine Mehrheit für die Startbahn stimmen. Laut einer nicht
repräsentativen Online-Umfrage der Süddeutschen Zeitung allerdings liegen
Befürworter und Gegner gleichauf.
Ähnlich gespalten sind auch die Landesparteien: Die CSU ist für die vier
Kilometer lange Bahn, die nördlich und parallel zu den beiden bestehenden
gebaut werden soll. Ebenso die SPD, die von Münchens Oberbürgermeister und
Ministerpräsidentenkandidaten Christian Ude maßgeblich auf Kurs gebracht wurde.
Dennoch liefern sich Ude und Seehofer eine fintenreiche politische Kontroverse
um den Flughafen. Udes Position: Lehnen die Münchner die Startbahn gegen sein
Votum ab, so stellt sich die Stadt München auch dagegen. Im Landtagswahlkampf
2013 würde er sich selbst vermutlich ebenfalls daran halten.
Seehofer hingegen hat nun überraschend angekündigt, auch im Falle eines
negativen Votums an den Plänen festhalten zu wollen: Dann will der
Ministerpräsident die Landtagswahl zu einer inoffiziellen Abstimmung über die
Startbahn machen. München könnte etwa seine Anteile verkaufen und wäre dann
nicht mehr im Boot. Einen Volksentscheid in ganz Bayern strebt indes momentan
niemand an, auch wenn dem Freistaat 51 Prozent des Flughafens gehören. Der Bund ist mit 26 Prozent dabei.
Zeit Online, 16 Juni, 2012 |
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